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Die demokratische Reform in Tibet
2004/06/16

Vom März 1959 bis Ende 1961 wurde in Tibet eine demokratische Reform durchgeführt,wodurch die 1,300 Jahre andauernde feudale Leibeigenschaft und damit dieses überaus grausame, morsche und schauderhafte System zu Grabe getragen wurde.

Es herrschte in Tibet vor der demokratischen Reform 1959 die theokratische feudale Leibeigenschaft. Die drei herrschenden Gruppen -- die lokalen Verwaltungen, die Adligen und die Mönche der Oberschicht besaßen fast alle Anbauflächen, Weiden, Wälder und das meiste Vieh. Dagegen hatten die Leibeigenen und Sklaven, die mehr als 90% der Gesamtbefvölkerung Tibets stellten, keine Produktionsmittel. Sie mußten also das ganze Leben lang abhängig von den drei Herrschergruppen sein. Noch schlimmer ging es den Sklaven, die 5% der Gesamtbevölkerung ausmachten. Sie hatten keine persönliche Freiheit und mußten ganz und gar ihren Herren gehorchen.

Eine kleine Statistik liegt vor: Vor der demokratischen Reform gab es in Tibet rund 220,000 ha Anbaufläche, 99.7% davon waren im Besitz der lokalen Regierungen, der Adligen und der Klöster. Die restlichen 0,3 Prozent gehörten den Bauern. In den Viehzuchtgebieten besaßen die drei Lehnsherren das meiste Vieh. Die Konzentration von Produktionsmitteln in den Händen der Leibeigenenhalter bedeutete, daß den Leibeigenen die materiellen Bedingungen für ihre Existenz vollständig genommen wurden.

In der Leibeigenengesellschaft wurden die Leibeigenen in Form von Frondienten, Steuern und Wucherzinsen grausam ausgebeutet. Allein die tibetische Lokalregierung erhob mehr als 200 Steuern und zwang die Leibeigenen, Frondienste zu leisten. Die Leibeigenen mußten jahraus, jahrein schuften. Wenn das Geerntete für das Essen nicht reichte, konnten sie nicht umhin, Geld zu Wucherzinzen zu leihen, und dies führte zu einem Teufelkreis der Verschuldung, die von Generation zu Generation nicht beglichen werden konnten. Die persönliche Freiheit der Leibeigenen wurde von ihrem Herrn bestimmt. Dieser durfte die Leibeigenen nach Belieben verpachten, abtreten, als Spielmarke setzen, verpfänden, verschenken oder verkaufen. Selbstverständlich konnten die Leibeigenen dies nicht länger ertragen. Sie sehnten sich nach der Befreiung aus diesem elenden Dasein wie durstige Menschen nach Wasser.

Am 10. März 1959 zerrissen die separatistischen Kräfte um den Dalai Lama ganz offen das Abkommen über die friedliche Befreiung Tibets", das als 17-Punkte-Abkommen bekannt war, und zettelten einen bewaffneten Putsch an. Entsprechend der Politik der Zentralregierung führte das Tibet-Arbeitskomitee des ZK der Partei die Leibeigenen bei der demokratischen Reform, während der konterrevolutionäre Putsch der reaktionären Clique der Oberschicht Tibets gründlich niedergeschlagen wurde. Am 28. Juni 1959 bestätigte das Vorbereitungskomitee fur die Gründung des Autonomen Gebietes Tibet auf seiner Vollsitzung eine "Resolution zur demokratischen Reform", Danach sollte die Reform in zwei Schritten durchgeführt werden. Beim ersten Schritt galt es, den Putsch zu unterdrücken und die Frondienste und die Versklavung durch die drei Lehnsherren abzuschaffen sowie Pacht- und Wucherzinzen zu reduzieren. Beim zweiten Schritt mußten die Anbauflächen verteilt werden. Um den Widerstand gegen die demokratische Reform zu mildern, wurden 60,000 ha Land und 820,000 Stück Vieh von jenen Leibeigenenhaltern und deren Vertretern, die nicht am Putsch teilgenommen hatten, abgekauft und dann verteilt. Dafür wurden 45 Millionen Yuan Renminbi aus dem Staatshaushalt bereitgestellt. Dagegen wurden der Boden und das Vieh jener Leibeigenenhalter, die am Putsch beteiligt waren, entschädigungslos enteignet und an Leibeigene oder sklaven, die keinen Boden und kein Vieh hatten, verteilt. Darüber hinaus wurden schwere Frondienste, hohe Steuern und Wucherzinsen abgeschafft. Ende 1961 war die demokratische Reform in ganz Tibet im großen und ganzen abgeschlossen. Rund 187,000 ha Anbauflächen der Leibeigenenhalter wurden beschlagnahmt bzw. abgekauft, die dann an 800,000 Leibeigenen oder Sklaven, die keinen Boden besaßen, verteilt wurden. Von der Niederschlagung des bewaffneten Putsches bis Ende 1960 wurden in Tibet 1,009 Volksverwaltungen auf Gemeindeebene, 283 auf Unterbezirksebene, 78 auf Kreis- und 8 auf Bezirks- bzw. Stadtebene eingerichtet.

Mit der reibungslosen Vollendung der demokratischen reform wurden in Tibet das Eigentumssystem der Leibeigenenhalter an Produktionsmitteln und das theokratische Gesellschaftssystem über Bord geworfen und eine neue Ära in der tibetischen Geschichte eingeleitet. Die demokratische Reform in Tibet galt als ein erfolgreiches Beispiel für die Lösung des Problems der gesellschaftlichen Veränderungen in den von nationalen Minderheiten bewohnten Gebieten Chinas.





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