| Stellungnahme der chinesischen Botschaft zum Artikel von Siegfried Kohlhammer in FAZ |
| 2005/09/02 |
| Vergangenheit, die vergehen aber nich vergessen sollte
Sehr geehrter Herr Chefredakteur, in diesem Jahr jährt sich der Sieg über den Faschismus zum 60. Mal. Der 15.August ist sowohl der Jahrestag des Sieges des chinesischen Volkes im Widerstand gegen die japanische imperalistische Aggression als auch der Jahrestag der Befreiung der koreanischen Halbinsel von der japanischen Kolonie-Herrschaft. Vor diesem Hintergrund veröffentlichte Ihre Zeitung in der Ausgabe vom 23. August in der Rubrik Feuilleton einen Artikel von Siegfried Kohlhammer mit Überschrift "Vergangenheit, die vergehen sollte". In diesem Artikel entstellte der Verfasser die Geschichte und Realität, indem er das Verhältnis zwischen Aggressor und Opfer, zwischen Aggression und Kampf gegen Aggression auf den Kopf stellte und den japanischen Aggressionskrieg beschönigte. Er stellts sich auf die Seite der Rechtsradikalen in Japan, verleumdete China und Länder der koreanischen Halbinsel und nahm Partei für Aggresoren, was uns äußerst empört hat. Zugleich können wir auch nicht verstehen, warum Ihre Zeitung diesen Artikel veröffentlicht hat.
Die Vergangenheit ist zwar vergangen, aber sie soll und kann nicht vergessen werden. Die deutschen Faschisten, die in Europa mehrere Millionen Juden ermordeten, haben Europa einschließlich Deuschland großes Unglück gebracht. In Asien sind durch Greultaten der japanischen Militaristen Dutzende von Millionen Menschen getötet oder verletzt, allein in China über 35 Millionen. Im Massaker von Najing haben japanische Soldaten über 300 000 Zivilisten umgebracht. Das ist die geschichtliche Tatsache, die nicht zu verleugnen ist. Wir erinnern uns an die Vergangenheit, um sie uns allen als einen Spiegel vorzuhalten, für Frieden und zugunsten einer besseren Zukunft. Wir sind der Auffassung, dass die überwältigende Mehrheit der Japaner friedliebend sind. Aber zugleich ist auch nicht zu übersehen, dass heute, 60 Jahre nach dem Ende des Krieges, in Japan immer noch rechtsradikale Kräfte existieren, die für den Militarimus die Trommel rühren, die Vergangenheit der Aggressionen verleugnen oder beschönigen, die Geschichtsbücher verfälschen. Japanische Regierungsmitglieder besuchen bis heute immer noch regelmäßig den Yasukumi-Schrein, wo auch die zum Tode verurteilten Kriegsverbrecher verehrt sind. Der Verfasser, der bis 2004 lange Jahre in Japan als Lektor tätig war und eigentlich die japanische Vergangenheit und Gegenwart kennen sollte, ist als deutscher Politikwissenschaftler bedauerlicherweise nicht in der Lage, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Er sympatisiert mit einigen wenigen Rechtsradikalen in Japan und liefert ihnen Hilfeleistung dafür, China und andere asiatische Staaten zu verleumden.
Das chinesische Volk ist Opfer des Aggressionskrieges, mehr als andere weiß es den Frieden zu schätzen. Wir setzen uns mit aller Kraft dafür ein, in guter Nachbarschaft mit allen asiatischen Ländern einschließlich Japan zu leben. In der gemeinsamen Erklärung zur Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Japan in den siebziger Jahren hat China ausdrücklich auf Kriegsreparationsanspruch gegen Japan verzichtet. Das zeigt die aufrichtige Bereitschaft der chinesischen Regierung und des chinesischen Volkes zum Frieden und zur guten Nachbarschaft. Das Ziel der Japan-Politik der chinesischen Regierung ist und bleibt, die Lehre aus der Vergangenheit zu ziehen, uns der Zukunft zuzuwenden, in Frieden miteinander umzugehen, zum gegenseitigen Nutzen zusammenzuarbeiten und uns gemeinsam zu entwickeln. Dafür haben wir uns große Mühe gegeben und werden es auch weiter tun. Der Verfasser ignorierte unseren Wunsch nach Frieden und verleumdete unsere Bemühungen um friedliche Zusammenarbeit. In den Augen des Verfassers werden die Aggressoren zu "Opfern " und die Leidenden zu " Schuldigen ", was wir auf keinen Fall akzeptieren können.
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