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Chinesische Presse im Aufwind
2006/03/28

   2006-03-28 16:51:42    CRI

Chinesische Pressepublikationen haben in den vergangenen Jahren einen kräftigen Aufschwung erlebt. Jüngsten Statistiken zufolge erscheinen in China derzeit mehr als 1.900 Zeitungen und über 9.000 Zeitschriften. Damit hat sich die Presse zum vitalsten Bereich der chinesischen Medien entwickelt.

Es gibt in China zwei Arten von Pressepublikationen. Da sind auf der einen Seite die staatlichen Druckereierzeugnisse. Dazu gehört "Renmin Ribao", das Zentralorgan der regierenden KP Chinas und Zeitung mit der größten Auflage in China. Auf der anderen Seite gibt es die in den Städten erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften sowie Fachpublikationen für bestimmte Zielgruppen. Nach Ansicht der Vizeleiterin der Abteilung Publikationen beim chinesischen Hauptamt für Presse und Verlagswesen, Wang Guoqing, decken die in China erscheinenden Zeitungen und Zeitschriften bereits im wesentlichen den Bedarf aller gesellschaftlichen Kreise ab:

"Heutzutage sind die städtischen Zeitungen die Stütze der chinesischen Presse sowie das lebhafteste und einflussreichste Medium. Im vergangenen Jahrzehnt sind in Chinas Städten in rasanter Folge immer neue Publikationen erschienen. Nach einer Untersuchung in 39 großen Städten Chinas haben städtische Publikationen bereits einen Anteil von mehr als 40 Prozent an der gesamten Auflagenhöhe von Presseerzeugnissen. Aber nicht nur die städtischen Publikationen, auch Fachpublikationen für die ländlichen Gebiete, die Landwirtschaft und Bauern entwickeln sich mit wachsendem Tempo. Darüber hinaus gibt es in China mehr als 90 Publikationen für nationale Minderheiten. Jede nationale Minderheit mit eigener Schrift bringt auch eigene Publikationen heraus."

Im Prozess der raschen Entwicklung der chinesischen Publikationen sind auch einige Probleme erwachsen, berichtet Wang Guoqing:

"Das Hauptproblem der chinesischen Presse besteht darin, zu sehr nach Quantität zu streben. Das Wachstum und das Wirtschaften im Pressewesen sind vielmehr durch Arbeitsintensität geprägt. Die Publikationen sind zum größten Teil auf wenige mittelgroße und große Städte konzentriert und sehen sich harter Konkurrenz ausgesetzt. In diesem Wettbewerb versuchen die Verlage durch Steigerung ihrer Auflagenhöhe und Dumpingangebote zu bestehen. Die Selbstkosten werden oft unzureichend berücksichtigt. Die Finanzierung der Publikationen steht in der Regel auf nur wenigen Säulen und ist damit schwach abgesichert. Rund 90 Prozent der Publikationen werden mit Werbung finanziert. Dies aber beeinträchtigt die Entwicklung des Verlagwesens, oft sind sie nur unzureichend vor Finanzierungsrisiken geschützt. Im Vergleich zu internationalen Medien ist das chinesische Pressewesen, gemessen an ihrem Umfang und Potenzial, noch nicht wettbewerbsfähig. Die Monostruktur der chinesischen Presse beeinträchtigt die Entwicklung der Universalmedien in der Zukunft."

Der chinesische Publikationsmarkt ist durch harten Wettbewerb gekennzeichnet und birgt große Risiken. Dennoch drängen seit Chinas WTO-Beitritt auch ausländische Medien mit großem Eifer auf den chinesischen Publikationsmarkt. Einigen multinationalen Mediengruppen ist der Eintritt in den chinesischen Markt bereits gelungen. Über die Rolle der ausländischen Medien in China sagte die Vizeleiterin der Abteilung Publikationen beim chinesischen Hauptamt für Presse und Verlagswesen, Wang Guoqing:

"China hat entsprechend seiner Zusagen beim WTO-Beitritt seinen Markt für Publikationen geöffnet. Die Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen im Vertrieb von Publikationen und der Werbung wächst kontinuierlich. Auch die Urheberrechtskooperation mit dem Ausland nimmt in großem Maße zu, besonders bei Zeitschriften über das Alltagsleben, über Dienstleistungen sowie über Wissenschaft und Technik. Die Urheberrechtskooperation in den vergangenen Jahren hat den Vertrieb von Publikationen in China gefördert."

Während ausländische Medien auf dem chinesischen Markt präsent sind, werden chinesische Publikationen wie die Zeitungen "Renmin Ribao" und China Daily bereits erfolgreich im Ausland vertrieben. Seit Jahren erscheinen in verschiedenen Ländern einige Abendzeitungen und städtische Zeitungen in Chinesisch. Insgesamt strebt die chinesische Presse nach einer stärkeren Präsenz im Ausland.

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