| Presseattaché Zhang: Interview von Tageszeitung "Junge Welt" |
| 2008/05/15 |
| F: Mit dem heute beginnenden Deutschland-Besuch des Dalai Lama wird die Kampagne gegen
Hintergrund dieser Attacken ist es, Druck auf die chinesische Regierung auszuüben. Es wird versucht, die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele zu stören und zugleich Werbung für die separatistischen Aktivitäten des Dalai Lama und seiner Anhänger zu machen. Das war deutlich bei den vereinzelten St?rungen des olympischen Fackellaufs zu sehen. Der wurde andererseits aber nicht nur von vielen Ländern, sondern auch von zahllosen chinesischen Auslandsstudenten unterstützt. Aus unserer Sicht hat dieser Fackellauf jedenfalls den olympischen Gedanken sowie die Verständigung von China mit dem Rest der Welt gefördert.
F: Die Attacken waren sicherlich nicht spontan, sondern organisiert. Wer steckte dahinter?
Zunächst einmal die Ex-Tibeter, die den Dalai-Lama unterstützen. Und dann gibt es auch diverse westliche Organisationen, die dahinter stehen. Ihr strategisches Ziel ist es, die Olympischen Spiele in
F: Der VR
Die am 14. März in zwölf Prozent gewachsen. In den letzten fünf Jahren wurde
F: Der Dalai-Lama nennt das aber kulturellen Völkermord ...
(lacht) Wir haben auch die medizinische Versorgung eingeführt -- unter der früheren Mönchsherrschaft gab es nichts dergleichen. Die Sterblichkeitsrate von Neugeborenen betrug 1959 43 Prozent -- wir haben sie auf 3,1 Prozent gesenkt. Die Lebenserwartung ist in diesem Zeitraum von 35 auf 67 Jahre gestiegen. Und die tibetische Bevölkerung hat sich von 1,2 Millionen im Jahre 1964 auf heute 2,5 Millionen vergrößert. 95 Prozent aller Menschen, die in
F: Die Bundesregierung reagiert unterschiedlich auf den Besuch des Dalai Lama. Von SPD-Politikern wird er ebenso wenig wie vom Bundespräsidenten empfangen -- wohl aber von zahlreichen CDU-Politikern. Wie reagiert die VR China auf diese unterschiedlichen Reaktionen?
Daß Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) den Dalai Lama empfangen hatte, hat zur Störung der chinesisch-deutschen Beziehungen geführt. Dank der Bemühungen beider Seiten haben wir die normale und stabile Entwicklung wieder aufnehmen können. Die Bundesregierung hat uns versichert, daß sie die Zugehörigkeit Tibets zu China anerkennt und daß sie die separatistischen Aktivitäten des Dalai Lama weder fördert noch unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar und hoffen zugleich, daß die Bundesregierung sich auch strikt an diese Nichteinmischungspolitik hält und nicht zulässt, daß der Dalai Lama von Deutschland aus seine antichinesischen Aktivitäten entfalten kann.
Interview: Peter Wolter |