| Tibetische Medizin auf dem internationalen Markt |
| 2006/05/26 |
| In der Zhongyou-Apotheke in Lanzhou, der Hauptstadt der nordwestchinesischen Provinz Gansu, reden zwei Ausländer mit den Worten "Jiebai Wan, Jiebai Wan" gestikulierend auf den Verkäufer ein. Sie möchten Arznei kaufen. Jiebai Wan ist eine tibetische Medizin, die gegen Durchfall wirkt und im tibetischen Kloster Labrang in der Präfektur Gannan des Autonomen Gebietes Tibet hergestellt wird. "Die Tibetische Medizin verbindet die praktische medizinische Erfahrung der Tibeter mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), der indischen und der arabischen Medizin", sagte Yang Hongquan, der Leiter des an das Forschungszentrum für Tibetische Medizin von Gansu angeschlossenen Krankenhauses. Laut Yang war die Entwicklung und Erforschung der Tibetischen Medizin als Teil der tibetischen Kultur lange Zeit strikt auf Klöster beschränkt. Trotz ihrer Bekanntheit in Westchina war der Zugang zur Tibetischen Medizin nur in Klöstern möglich. Heutzutage wird Tibetische Medizin mit modernen Geräten hergestellt. In Gansu, Qinghai und Tibet wurden zu diesem Zweck bereits eine Menge Fabriken errichtet. "Die kleine, weiße Pille ist heute in Apotheken weltweit erhältlich. Sie ist zu einem wichtigen Teil der chinesischen Medizin geworden", sagt Zhou Shouke, Leiter des Gesundheitsamtes von Gannan. Nahezu überall in China sind tibetische Medikamente erhältlich. Auch viele Krankenhäuser setzen diese Art von Medizin ein. Seit den 1980er Jahren wird das Fach Tibetische Medizin an vielen Lehranstalten und Hochschulen im Westen Chinas angeboten. Immer mehr Menschen beschäftigen sich mit dieser einzigartigen Medizin. In über 30 Ländern in Europa und Amerika wurden bereits Forschungsinstitute für tibetische Medizin gegründet. "Die weite Verbreitung der Tibetischen Medizin spiegelt die Öffnung der tibetischen Kultur wider", erklärt Zhou. (China.org.cn, Xinhua, 23. Mai 2006) |