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Ansprache des Botschafters Ma bei der Einweihungsfeier des Konfuzius-Instituts bei der FU Berlin am 27.April 2006
2006/05/19

Ansprache des Botschafters Ma bei der Einweihungsfeier des Konfuzius-Instituts bei der FU Berlin am 27.April 2006

Sehr geehrter Herr Senator Flierl,

sehr geehrter Rektor Lenzen,

sehr geehrter Rektor Xu,

sehr geehrter Herr Ma,

meine Damen und Herren, liebe Freunde,

es ist mir eine große Freude, zu dieser Einweihungsfeier des Konfuzius-Instituts bei der Freien Universität Berlin zu kommen. Zunächst möchte ich im Namen der chinesischen Botschaft dem Konfuzius-Institut unsere herzlichen Glückwünsche aussprechen. Die Freie Universität Berlin, die seit langem China-Forschung betreibt und führend in diesem Bereich ist, ist der ideale Partner für ein Konfuzius-Institut. Deshalb freue ich mich besonders, dass das erste Konfuzius-Instituts in Deutschland hier in Berlin ins Leben gerufen ist.

Seit der Reform und Öffnung Chinas haben sich der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen China und anderen Ländern ständig erweitert. Die chinesische Sprache und die durch sie getragene, 5000 Jahre alte chinesischen Kultur finden immer mehr Kenner und Liebhaber. Die Bedürfnisse, chinesische Sprache zu lernen, nimmt rapide zu. Um die Sprachvermittlung und dadurch auch das Verständnis zu chinesischer Kultur zu fördern, hat die chinesische Regierung seit 2004 ein Projekt namens „ Chinesisch als Brücke" durchgeführt, die Errichtung des Konfuzius-Instituts ist ein wichtiger Bestandteil dieses Projekts. Chinesisch ist eine Sprache, die über das älteste Schriftsystem der Welt verfügt. Laut Statistik benutzen und lernen zur Zeit ca. 100 Millionen Menschen außerhalb von China Chinesisch, in mehr als 100 Ländern wird Chinesisch in den Schulen und Hochschulen vermittelt. Mit der Entwicklung der guten Beziehungen zwischen China und Deutschland wird der Zulauf zum chinesischen Unterricht in Deutschland immer größer. 20 deutsche Universitäten verfügen über Sinologie-Seminar, 50 Hochschulen bzw. Institute haben Chinesich oder China-Studie ins Lehrprogramm aufgenommen. Bundesweit in 150 Schulen lernen die Kinder und Jugentliche Chinesisch, auch in mehr als 140 Volkshochschulen werden Chinesisch-Kurse angeboten, die Zahl der Chinesisch-Lernenden in Deutschland beläuft sich auf 20 000.

Meine Damen und Herren,

das heute eingeweihte Institut trägt den Namen des alten chinesischen Pädagogen und Denkers Konfuzius. In China gilt Konfuzius als ein universaler Gelehrter. Seine Gedanken wurden von Generation zu Generation weitergegeben, sie sind tief und fest verwurzelt im politischen System, in den gesellschaftlichen Sitten und Gebräuchen, in der Mentalität der Chinesen, mit einem Wort, im Leben der Chinesen seit 2000 Jahren. Viele Ausführungen von ihm haben bis heute immer noch aktuelle Bedeutung und werden vom chinesischen Volk praktiziert.

Insbesondere möchte ich hier auf Konfuzius als großen Pädagogen hinweisen. Er hatte tausende Schüler ausgebildet, wovon viele wie er als hervorragende Gelehrte in die Geschichte gegangen sind. Seine pädagogischen Ideen und Methoden wie „ Der Schüler soll des Lernens nie überdrüssig sein , der Lehrer soll Schüler gegenüber unermüdlich sein", "Durch Wiederholung des Gelernten neue Einsichten gewinnen", und „ein Edler lernt immer fleißig und schämt sich nicht, andere zu fragen", werden bis heute von Chinesen beherzigt angewendet.

Das Streben nach Maß und Harmonie stammt von Konfuzius und prägt seit Jahrtausend die chinesische Nation, die seit eh und je Frieden und Harmonie schätzt und liebt. Auch die unabhängige und selbständige Außenpolitik des Friedens von China ist auf das konfuzianische Gedankengut über die Harmonie zurückzuführen. Der neuesten Entwicklung entsprechend vertritt China die Auffassung, nach innen eine harmonische Gesellschaft, nach außen eine harmonische Weltordnung aufzubauen. Wir streben ein friedliches internationales Umfeld für die eigene Entwicklung an, möchte wiederum durch die eigene Entwicklung unseren Beitrag zum Weltfrieden leisten. Die Harmonie nach innen wie nach außen stellt das Ziel der Innen- und Außenpolitik Chinas dar, es entspricht dem Zeitgeist und den Grundinteressen der Völker aller Länder.

Meine Damen und Herren,

die chinesisch-deutschen Beziehungen befinden sich in der besten Phase der Geschichte, sie umfassen alle Bereiche und gehen in die Tiefe, an deren üppigen Früchten freuen wir uns sehr. Ich wünsche mir, dass die Gründung des Konfuzius-Instituts bei FU Berlin eine neue Etappe für den sprachlichen und kulturellen Austausch zwischen den beiden Länder einleitet und der Bedarf der Deutschen am Chinesisch-Unterricht und Informationen über chinesische Kultur besser gedeckt werden kann. Ich wünsche dem Konfuziusinstitut viel Erfolg und allen Mitarbeitern viel Spaß bei Ihrer interessanten Arbeit und hoffe auf noch mehr Konfuzius-Institute auf dem deutschen Boden !

Vielen Dank!

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