Home
Wir über uns China und Deutschland Visum Bildungswesen  Links Kontakt
 
Home > Aktuelles über China
Polizei verteidigt ihr Vorgehen gegen Proteste in Guizhou
2008/07/03

Beamte für öffentliche Sicherheit verteidigten am Dienstag das Vorgehen der Polizei gegenüber den gewaltsamen Protesten, welche den Südwesten Chinas am Wochenende erfasst hatten. Sie sprechen von "großer Zurückhaltung".

Bei den Unruhen im Kreis Weng'an in der Provinz Guizhou wurden über 150 Menschen verletzt. Mehr als 100 davon waren Angehörige der Polizei. Allerdings seien keine Todesopfer zu beklagen, sagte Wang Xingzheng, Sprecher des lokalen Sicherheitsamts am Dienstag auf einer Pressekonferenz. "Die meisten waren nur leicht verletzt."

Die Polizei hatte bei ihrer Aufgabe, die Ordnung aufrechtzuerhalten, angesichts der Angriffe mit Ziegelsteinen und Wasserflaschen "große Zurückhaltung" gezeigt, sagte er weiter.

Der Zwischenfall begann als sich am Samstagnachmittag gegen 16 Uhr etwa 300 Menschen, darunter einige, die über das Untersuchungsergebnis der Polizei zum Todesfall eines 17-jähigen Mädchens unzufrieden waren, vor der Lokalregierung versammelten.

Der Untersuchtsbericht hatte angegeben, dass sich die Mittelschülerin Li Shufen selbst ertränkt habe. Ihre Familie beharrt jedoch darauf, dass sie vergewaltigt und ermordet worden war.

Die Zahl der Protestierenden stieg in der Folge auf rund 30.000 Menschen an. Dabei gelangten sie in das Polizeigebäude, zerschlugen die Büroeinrichtung und fackelten Autos ab. Etwas später brachen ein paar weitere Menschen in das Gebäude der lokalen Regierung ein und richteten dort ebenfalls eine große Zerstörung an.

Das Chaos hat beinahe sieben Stunden gedauert und verlief sich am Sonntagmorgen.

Shi Zongyuan, der Sekretär des Provinzkomitees der Kommunistischen Partei (KP) Chinas der südwestchinesischen Provinz Guizhou, reiste am Montag in den Kreis Weng'an, um sich persönlich den Unruhen zu widmen. Dabei hat er die lokalen Behörden aufgefordert, die Situation sauber aufzuarbeiten. Er sagte: "Wir müssen die Wahrung der sozialen Harmonie und Stabilität zu oberst auf unsere Agenda setzen."

Die Zwischenfälle begannen aus einem simplen Grund, aber wurden von wenigen Leuten für ihre schlechten Absichten missbraucht, sagte der hohe Beamte. Auch haben daran Banditen teilgenommen. Shi forderte daher strenge Strafen für die Drahtzieher der Unruhen, jedoch nur Verwarnungen für die Mitläufer.

Hinter den Protesten müsse es tiefer liegende Gründe geben als den Tod des Mädchens, vermutete er. So habe sich die Regierung zu wenig um wichtige Fragen gekümmert wie etwa den Streit über Minen, Einwanderung und der Umsiedlung von Einwohnern für Bauprojekte.

Shi kritisierte die lokalen Behörden und sagte, dass sie mit ihren Mängeln die Bewohner enttäuscht hätten. "Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen."

Quelle: Xinhua

Suggest to a friend
  Print