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Dokumente belegen eine brutale Vergangenheit in Tibet
2008/04/11

Unter den vielen Dokumenten im Archiv des Kulturpalast der Nationalitäten in Beijing gibt es auch einige, welche darauf hinweisen, dass vor den demokratischen Reformen im Jahre 1959 in Tibet eine feudale und auf Leibeigenschaft basierte Staatsform bestanden habe, welche noch brutaler war als das System, das wir aus dem mittelalterlichen Europa kennen.

Gemäss dem 13. und dem 17. Gesetz (die feudale tibetische Gesetzgebung trat im 17. und 18. Jahrhundert in Kraft und wurde erst 1959 abgeschafft) waren alle Tibeter in drei soziale Schichten eingeteilt, die sich wiederum jeweils in drei Grade gliederten:

Zur oberen Schicht gehörten der König der Tsang und andere Herrscher. Geshes, Lehrer der Moral, Äbte, hochrangige Beamte oder Reiche mit mehr als 300 Dienern bildeten eine Art Mittelschicht. Unabhängige Junggesellen und Bedienstete, die für die Regierung Gelegenheitsarbeiten verrichten werden zum oberen Drittel der niedrigen Schicht gerechnet. Schmiede, Metzger und Bettler, welche einen ständigen Wohnsitz hatten und Steuern bezahlten, sind Teil des mittleren Grads der unteren Schicht, während Frauen und die übrigen Bettler, Metzger und Schmiede zur tiefstem Grad der untersten Schicht zählten.

Dokumente, die im Archiv des Autonomen Gebiets Tibet gelagert sind, zeigen, dass die Klöster, Beamten und Aristokraten das ganze Land besessen, regiert und weiter vererbt haben. Die sozialen Schichten waren strikt einzuhalten.

Ein Satz in Artikel 3 des 13. Gesetzes sagt: "Personen aus der niedrigen sozialen Schicht, die jemanden aus der oberen Schicht widersprechen, sind zu verhaften." Eine Kopie dieses Gesetzes findet sich im Archiv des Kulturpalasts der Nationalitäten unter der Nummer MB101.

Artikel 8 der 13. Gesetztes sagt: "Ein Bluttropfen von einem Mann aus einer hohen Gesellschaftsschicht ist ein Qian Silber wert, während der Tropfen Blut von einer Person aus der niedrigen Schicht nur ein Zehntel Qian Silber wert ist.

Zahlen der alten tibetischen Lokalregierung aus dem Juni 1959, welche im Archiv des Autonomen Gebiets Tibet aufbewahrt worden sind, zeigen: Von den etwa 3,3 Millionen Khals Kulturland (das ist ein altes tibetisches Flächenmass und entspricht etwa 541.200 Morgen) besaß die lokale Regierung rund 39 Prozent, die Aristokraten hatten sich 24 Prozent unter den Nagel gerissen und höhere Klerus verfügte über 37 Prozent des Landes. Diese Großgrundbesitzer entsprachen gerade einmal rund 5 Prozent der Bevölkerung

Die Leibeigenen und die Sklaven, die 95 Prozent der Bevölkerung ausmachten, waren Eigentum ihrer Besitzer. Selbst ihre Nachkommen wurden mit ihrer Geburt automatisch auch Besitz der Sklavenhalter.

Gemäss vielen Originalverträgen, die in den beiden oben genannten Archiv noch vorhanden sind, hatten die Herrscher das Recht, sich gegenseitig Sklaven zu schenken. Leibeigene hatten hohe Bezahlungen zu entrichten. Dies entweder durch unbezahlte Arbeit oder dadurch, dass sie ihre eigenen Kinder verkauften.

Ein Zertifikat, das in noch in der tibetischen Sprache vor 1959 geschrieben wurde, sagt: "Unfähig, das Geld und das Getreide zurückzuzahlen, das wir, Tsewang Rabten und meine Frau, Leibeigene von Dusong Manor, Nedong Dekhang schulden, geben ihm unsere Tochter Gensong Tonten und unseren jüngeren Sohn Padma Tenzin, um auf diese Weise unsere Schulden zu begleichen. Die Nachkommen von ihren Söhnen und Töchtern werden ebenfalls seine Leibeigenen sein."

Teil eines anderen Vertrags, der ebenfalls im Archiv des Kulturpalasts der Nationalitäten unter der Nummer MC 10144 aufbewahrt ist, wurde 1947 von Drashi Choda unterschrieben. Darin verpflichtete er sich, seine Schwester zehn Jahre unbezahlt für einen Lharang arbeiten zu lassen, um so seine Schulden zurückzuzahlen.

Es heißt dort: "Ich, Drashi Choda, gehöre dem Nari Kloster der Nari Manor. Ich habe 34 Khal und 3 Sheng Getreide vom Lharang Getreidespeicher ausgeliehen im Holz-Affen-Jahr. Die Zinsen dieses Betrags belaufen sich auf 6 Khal und 14,5 Sheng. Die Hauptschuld und die Zinsen betragen zusammen 40 Khal und 19,3 Sheng Getreide. Da ich nicht fähig bin, diese Schulden jährlich zurückzuzahlen, habe ich meine jüngere Schwester, die mit mir gute und schlechte Tage durchlebt hat, gebeten, für mich die Schulden abzuzahlen, in dem sie ab dem 12. Monat dieses Feuer-Hund-Jahrs 10 Jahre unbezahlt für das Lharang arbeitet." Der Vertrag legt ebenfalls fest: "Im Falle, dass Drashi Choda diesen Vertrag bricht, wird er gemäss den lokalen Gesetzen bestraft."

Gemäss älteren Aufzeichnungen der tibetischen Verwaltung aus dem Jahr 1950 waren rund 90 Prozent der etwa 1 Million Einwohner Tibets obdachlos. Von den rund 20.000 Menschen in Lhasa waren mehr als 1000 Familien Bettler.

Eine der Sklavenhalter hat ihre Sklaven gefoltert, in dem sie ihnen Hände und Füße abhackten, sie blendeten, ihnen die Zunge herausschnitten oder sie von den Klippen gestoßen haben. Dies konnten sie auf legale Weise tun, da diese Handlungen durch das 13. und das 16. Gesetz legal waren. Der Artikel 4 des 13. Gesetzes sagt etwa: "Wer plündert, entführt, stiehlt und tötet, bewaffnete Raubüberfälle begeht oder gegen die Regierung rebelliert, erhält folgende Strafen: Augen ausstechen, Füße, Zunge oder Hände abschneiden, von einer Klippe stoßen, ertränken oder Exekution."

Quelle: China Daily

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